Jump to content

Neuigkeiten

Netzengpässe als Chance: warum Flexibilitäten der Schlüssel zur Energiewende sind

Mai 19, 2026

Deutschland braucht ein Energiesystem, das Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz zusammenbringt. Genau darum geht es in einer gemeinsamen Stellungnahme von Unternehmen aus der Energiebranche sowie aus Industrie und Gewerbe zum geplanten Netzanschlusspaket und den Änderungen im EEG.

Die zentrale Botschaft: Netzengpassgebiete dürfen nicht zu Investitionsbremsen werden. Statt neue Hürden für erneuerbare Energien aufzubauen, braucht es eine intelligente Flexibilitätsstrategie, die Netzausbau, Speicher, Wasserstoff, Wärme und industrielle Verbraucher zusammen denkt.

Flexibilität als Standortvorteil

Die Energiewende braucht mehr als Netzausbau. Sie braucht intelligente Systemlösungen. Deshalb schlagen die Unternehmen vor, Netzengpassgebiete gezielt zu sogenannten „Netzflex-Clustern“ weiterzuentwickeln.

In solchen Clustern werden:

  • Wind- und Solarparks,
  • Power-to-Heat-Anlagen und Wärmenetze
  • industrielle Verbraucher,
  • Batteriespeicher,
  • industrielle Verbraucher,

gezielt miteinander verbunden.

Das Ziel: Strom dort nutzen, wo er erzeugt wird – flexibel, netzdienlich und wirtschaftlich sinnvoll. So lassen sich Netzengpässe reduzieren, Redispatchkosten senken und gleichzeitig neue industrielle Wertschöpfung schaffen.

Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit stärken

Gerade energieintensive Unternehmen brauchen langfristig bezahlbare und verlässliche Energie. Die gemeinsame Stellungnahme macht deutlich: Ein modernes Energiesystem ist heute auch Industrie- und Sicherheitspolitik.

Flexible Lasten, Speicher und Sektorenkopplung können dabei entscheidend helfen:

– Batteriespeicher glätten Lastspitzen,
– Elektrolyseure wandeln überschüssigen Strom in grünen Wasserstoff um,
– industrielle Prozesse reagieren flexibel auf Netzsituationen,
– Wärmespeicher und Power-to-Heat entlasten das Stromnetz.

Damit entstehen regionale Energie- und Industriecluster, die Versorgungssicherheit erhöhen und Unternehmen langfristig wettbewerbsfähige Strompreise ermöglichen.

Neue regulatorische Rahmenbedingungen notwendig

Damit diese Lösungen Realität werden können, schlagen die Unternehmen konkrete Anpassungen im Energiewirtschaftsrecht vor.

Dazu gehören:
– eine neue Kategorie für netzorientierte Flexibilitätsverbünde,
– moderne Kundenanlagen und Arealnetze,
– ein Redispatch-Flexibilitätsbonus für systemdienliche Projekte,
– rechtliche Entlastungen für Speicher und Flexibilität.

Besonders wichtig: Flexibilität muss belohnt werden. Wer aktiv zur Netzstabilität beiträgt, sollte im Engpassmanagement bevorzugt behandelt werden – statt zusätzliche Risiken tragen zu müssen.

Energiewende wirtschaftlich gestalten

Die Energiewende gelingt nur, wenn Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Stärke zusammen gedacht werden. Dafür braucht Deutschland einen regulatorischen Rahmen, der Investitionen ermöglicht, Innovation fördert und regionale Standortvorteile nutzt.

Die unterzeichnenden Unternehmen sind überzeugt: Netzengpassgebiete können zu Innovationsräumen werden – mit erneuerbaren Energien, grünem Wasserstoff, Speichern und flexiblen Industrieprozessen als Grundlage einer resilienten und klimaneutralen Wirtschaft.

Die gemeinsame Stellungnahme finden Sie hier.