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Die nächste Methanol-Generation:  European Energy erweitert sein Portfolio mit innovativer e-SMR-Technologie  

Im Frühjahr 2025 haben wir mit der Produktion von E-Methanol in unserer E-Methanol-Anlage in Kassø, Dänemark, begonnen. Zum Jahresende haben wir eine Lösung auf den Markt gebracht, mit der die Produktion von grünem Methanol gesteigert werden kann, so dass es preislich wettbewerbsfähig und als alternativer Kraftstoff beispielsweise für die Schifffahrtsindustrie attraktiver wird.  

Wie können wir noch kosteneffizienter Methanol für verschiedene Industrien produzieren? Diese Frage treibt uns seit vielen Monaten um. Die Lösung fand sich zum Jahresende 2025, als European Energy eine strategische Kooperation mit dem deutschen Technologieunternehmen SYPOX eingegangen ist. Zusammen mit SYPOX haben wir E-SMR als Verfahren zur Herstellung von Bio-Methanol eingeführt. Ziel der Partnerschaft ist der Einsatz der von SYPOX entwickelten Technologie des electrified Steam Methane Reforming (e-SMR), um die Produktion von grünem Methanol zu skalieren und die Kosten im Vergleich zu E-Methanol zu senken – bei gleichbleibend niedriger Kohlenstoffintensität. 

Mit der Integration von e-SMR-basiertem Bio-Methanol erweitert European Energy sein bestehendes Portfolio an grünen Kraftstoffen. Die neue Technologie nutzt erneuerbare Energie, um Biogas oder Biomethan in Synthesegas umzuwandeln, das anschließend mit der Methanolsynthese von European Energy zu grünem Methanol verarbeitet wird. Der Ansatz verbindet Wirtschaftlichkeit mit Klimaschutz und eröffnet neue Möglichkeiten für die Dekarbonisierung insbesondere der Schifffahrt und der Chemieindustrie. 

Ergänzung statt Ersatz: eine flexible PtX-Plattform 

Die e-SMR-Technologie ist kein Ersatz bestehender Lösungen, sondern eine gezielte Ergänzung. Gemeinsam mit grünem Wasserstoff, E-Methanol und Bio-Methanol entsteht eine diversifizierte Power-to-X-Plattform, die European Energy in die Lage versetzt, flexibel auf unterschiedliche regulatorische und marktwirtschaftliche Rahmenbedingungen zu reagieren. Damit beschleunigt das Unternehmen den Übergang von fossilen Energieträgern hin zu skalierbaren, klimaneutralen Kraftstoffen. 

Von der Forschung in die industrielle Anwendung 

SYPOX ist eine Ausgründung der Technische Universität München und hat die e-SMR-Technologie über mehr als 80.000 Betriebsstunden hinweg erfolgreich getestet – unter anderem in Pilot- und Demonstrationsanlagen an deutschen Biogasanlagen. Auf dieser Basis ist für 2026 die Auslieferung der ersten kommerziellen 10-MW-e-SMR-Anlage geplant. 

Skalierung grüner Kraftstoffe für wachsende Märkte 

European Energy geht mit dieser Kooperation den nächsten Schritt als Vorreiter bei der Produktion grüner Kraftstoffe. Bereits im Mai 2025 nahmen wir unsere E-Methanol-Anlage in Kassø in Betrieb – die weltweit erste kommerzielle Anlage dieser Art im industriellen Maßstab mit einer potenziellen Jahreskapazität von 42.000 Tonnen. 

Auch  SYPOX sieht in der Partnerschaft einen entscheidenden Schritt: „European Energy bringt einzigartiges Know-how bei der Skalierung von grünem Methanol mit. Ihr Vertrauen ist eine starke Bestätigung für unsere Technologie. Gemeinsam können wir e-SMR schneller in den industriellen Einsatz bringen und grünes Methanol weltweit wettbewerbsfähig machen“, sagt Gianluca Pauletto, CEO von SYPOX. 

Wie e-SMR die Herstellung von Bio-Methanol effizienter macht 

Bei der elektrifizierten Dampfreformierung von Methan (e-SMR) wird erneuerbarer Strom direkt zur Erzeugung der benötigten Prozesswärme genutzt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagen entfällt der große, mit fossilen Brennstoffen betriebene Ofen. Stattdessen wird der Reaktor von innen elektrisch beheizt, was den Prozess deutlich effizienter, kompakter und besser steuerbar macht. 

Für die Produktion von Bio-Methanol ergeben sich daraus mehrere entscheidende Vorteile: 

  • Kompakt und modular: e-SMR-Anlagen sind deutlich kleiner und können als modulare Einheiten mit etwa 10 MW Leistung flexibel eingesetzt werden – zum Beispiel direkt an Biogasstandorten oder in Industrieclustern. 
  • Hohe Rohstoff-Flexibilität: Die Technologie kann fossiles Erdgas ebenso verarbeiten wie Biomethan oder Biogas. Besonders bei Biogas ist das enthaltene biogene CO₂ bereits im Prozess nutzbar und wird gemeinsam mit dem Methan zu Synthesegas umgewandelt. 
  • Hoher Ertrag, stabile Qualität: Die gleichmäßige elektrische Beheizung verbessert die Selektivität, reduziert unerwünschte Nebenprodukte und erhöht somit den Methanolertrag.  
  • Optimal für erneuerbare Energien: e-SMR-Anlagen lassen sich schnell hoch- und herunterfahren und können so flexibel auf schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie reagieren. 

Das Ergebnis ist wettbewerbsfähiges Biomethanol mit geringer CO₂-Intensität, das sich besonders für Anwendungen in der Schifffahrt und der chemischen Industrie eignet.  

Methanol als Schlüssel zur globalen Dekarbonisierung 

Methanol ist ein zentraler Baustein der globalen Energie- und Chemiewirtschaft – als Kraftstoff für die Schifffahrt, als Rohstoff für die chemische Industrie und perspektivisch auch für nachhaltige Flugkraftstoffe. Heute wird Methanol jedoch überwiegend aus fossilem Erdgas und Kohle hergestellt. Der Umstieg auf grüne Alternativen ist daher essenziell, um Emissionen zu senken und Klimaziele zu erreichen. 

Der weltweite Methanolmarkt umfasst derzeit mehr als 100 Millionen Tonnen pro Jahr und könnte bis 2050 auf rund 500 Millionen Tonnen anwachsen. Vor diesem Hintergrund bietet die e-SMR-Technologie einen praktikablen nächsten Schritt, um die Produktion grüner Kraftstoffe wirtschaftlich zu skalieren und den wachsenden Bedarf aus Schifffahrt, Chemie und Luftfahrt zu bedienen.